Ende der 1990er-Jahre wütet im Kosovo ein Krieg, Familien verlieren ihre Heimat, es wird gemordet, Leichen verscharrt, bis heute sind Menschen verschollen. Jehona Kicaj erlebte die Geschichte des Kosovo als Kind aus der Ferne. 1991 im Kosovo geboren, flüchten ihre Eltern nach Deutschland. Doch auch in der Diaspora sind der Krieg und seine Folgen spürbar und präsent.
Jehona Kicaj hat darüber in ihrem Roman "ë" geschrieben. Sie thematisiert darin die Nachwehen, die Erinnerungen an Gewalt und Vertreibung, auch die Sprachlosigkeit. Mit "ë" stand Jehona Kicaj im Herbst auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde jetzt mit dem Literaturpreis HANNA der Landeshauptstadt Hannover ausgezeichnet. Jehona Kicaj kennt Niedersachsen gut: in Göttingen hat sie studiert, arbeitet als Lektorin im Göttinger Wissenschaftsverlag De Gruyter Brill, hat in Hannover, zusammen mit Carl Philipp Roth, den Re:sonar Verlag gegründet.
Zu Gast bei NDR Kultur à la carte spricht sie mit Martina Kothe über das Schreiben und ihre Arbeit.