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- Warum eine Marke einen Standpunkt braucht, Fehler dazugehören, Kopf und Bauch zusammengehören und es am besten schmeckt, wenn es allen schmeckt
Steffen Zeller ist seit viereinhalb Jahren CMO der Rügenwalder Mühle, einer 192 Jahre alten Marke, die fast jeder in Deutschland kennt. Gebürtiger Ulmer, im Kindergartenalter nach Günzburg gezogen, mit langen blonden Haaren und einem Dialekt, den keiner verstand. Erste Generation seiner Familie, die studieren durfte, die Eltern haben sich alles abgespart.
Sein Weg ins Marketing war ein Umweg. Acht Wochen Physik, dann gemerkt, das ist es nicht. BWL international, Praktika von Investmentbanking bis VW, einfach ausprobieren, was Spaß macht. Über einen L'Oréal-Wettbewerb und eine Diplomarbeit kam die Erkenntnis, dass Marken seine Leidenschaft sind. Er wollte zu großen Marken. Bei Kraft Foods fing er im Vertrieb an, betreute die Rewe, arbeitete sich hoch bis in die Datenwelt. Der Sprung ins Marketing war schwer, eine Fürsprecherin, Uschi Wagener, machte ihn möglich. Später baute er bei Iglo die Veggie-Marke mit auf und pendelte nach London. Als in der Corona-Zeit sein Pendlervertrag auslief und zwei Angebote auf dem Tisch lagen, entschied er sich für die Mühle, aus dem Wunsch, zurück in den Mittelstand zu gehen.
Einen Fünf-Jahres-Plan hatte er nie. Er macht das, was sich gut anfühlt, und bringt Kopf und Bauch zusammen, seine Mathe-Physik-Seite und sein Gefühl. Selbstständigkeit schließt er nicht aus, never say never.
Dann geht es um die eigentliche Geschichte, wie man eine Wurstmarke vegan macht, ohne die Wurzeln zu verraten. 2014 kamen die ersten pflanzlichen Produkte, gleicher Produktionsprozess, nur mit Pflanzen. Mit Corona und Fridays for Future kam der große Schub. Als Mittelständler steckt die Mühle in einer Sandwich-Position, zwischen den ganz Großen mit ihrer Skalierung und den lauten, schnellen Startups. Zellers Antwort ist das Beste aus allen Welten, die Fehlerkultur der Startups und die Tradition der eigenen Marke.
Bewusst undogmatisch heißt alles Rügenwalder Mühle, Fleisch wie vegan, kein erhobener Zeigefinger. Am besten schmeckt es, wenn es allen schmeckt. Alle an einen Tisch, selbstbewusst über alles sprechen, kompromisslose Produktqualität. Nur so wird Marketing glaubwürdig. Eine Marke muss einen Standpunkt haben, sonst ist sie nur gefällig, und wer allen gefällt, gefällt am Ende niemandem. Die Hater und die Videos über den angeblichen Untergang blendet er aus, ein alter Chef sagte ihm einmal, reframe das im Kopf, man kann immer besser werden.
Über Fehler spricht Steffen offen. Sein größter kam früh. Er wollte die Kraft-Dressings unter Miracle Whip premiumisieren, sauber durchgerechnet, auf dem Papier perfekt. Seine Mutter sagte, Mayonnaise im grünen Salat funktioniert nie. Sie hatte recht, das Segment fuhr gegen die Wand. Sein Learning, theoretisches Marketing, das wie eine mathematische Gleichung gebaut ist, ist gefährlich. Kopf und Bauch müssen zusammenkommen. In seinem Team lebt er Fehlerkultur über Mut, Neugier und Ownership, sogar Fuck-up-Sessions, in denen jeder erzählt. Nur denselben Fehler zweimal machen, das darf nicht passieren.
Er erzählt von der Feierabend-Kampagne, die einen alten Claim aus den Neunzigern neu belebt und bei System One herausragend getestet hat, vom Wurstpromoter-Stunt, vom Mühlenretreat für die Gen Z und von Paul Ripke, der sich die Mühle auf einen Zahn gravieren ließ und ein Jahr lang damit herumlief. Glaubwürdigkeit, sagt Steffen, kann man sich nicht kaufen.
Zum Schluss der beste Ratschlag seines Lebens, von Irene Rosenfeld und von Uschi Wagener. Marketing braucht vor allem gesunden Menschenverstand und ein Gefühl für Menschen, der Rest kommt von allein. Und seine Motivation ist einfach, das zu tun, was Energie gibt, und das zu lassen, was Energie zieht.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Max Richard Leßmann arbeitet mit Worten. Mit 14 gründete er eine Band, davor schrieb er schon Gedichte. Über die Musik kam er mit Künstlern verschiedener Genres in Kontakt. Seit fast neun Jahren postet er jeden Tag ein Gedicht auf Instagram. Heute hat er knapp 180.000 Follower, einen Spiegel-Bestseller und einen Roman geschrieben, "Sylter Welle", eine Liebeserklärung an seine Großeltern.
Sein erstes einschneidendes Kunsterlebnis: mit etwa zehn hörte er Falcos "Genie" im Radio und war so aufgewühlt, dass er die Polizei anrufen wollte. Da merkte er, was Kunst in einem auslösen kann. Als Kind mit ADHS hat er sich oft verloren gefühlt, ist angeeckt, hatte das Gefühl, im System Schule nicht zu funktionieren. Aber in der Musik, im Theater, in der Literatur war auf einmal etwas, das er konnte.
Die ersten drei Jahre hat seine tägliche Gedicht-Routine kaum jemanden interessiert. Er hat in den luftleeren Raum geschrieben. Dann wurde es geteilt, eine Community entstand. Warum er weitermachte, obwohl es niemanden interessierte? Er würde keine Videos machen, die niemand guckt. Aber er würde jeden Tag schreiben, auch wenn es niemand liest. Das ist seine natürlichste Ausdrucksform. Oft nimmt er sich gar nichts vor, die Worte setzen sich in ihm zusammen, fließen aus dem Stift, und er ist selbst überrascht.
Mit 16 oder 17 traf er Casper nach einem Konzert in Flensburg, vor 120 Leuten, noch vor dem XOXO-Album. Casper sagte ihm: diesen Text hätte ich gerne selber geschrieben. Dieser Moment hat ihn über Jahre getragen, durch tiefe Täler gebracht, weil da ein Mensch war der ihn verstand. Später durfte er an einem XOXO-Refrain mitarbeiten, der wurde aber nicht genommen. Wieder das Gefühl: nicht gut genug. Aber Caspers Wertschätzung war so groß, dass er ihn an Prinz Pi weiterempfahl. Aus dem Niederschlag wurde ein Umweg. So kam er zum Album Kompass ohne Norden, später zum Hinterland-Song La Rue Morgue, zur Arbeit mit Clueso.
Die Arbeit mit Casper war immer das Schwierigste. Einmal saß er mit Casper, Drangsal, Arzumjot und Olsen zwei Stunden lang an einer einzigen Zeile. Leichtigkeit ist für ihn, auch wegen seiner psychischen Geschichte, oft ein schwer erreichbarer Zustand. In der Kunst aber entstehen die besten Sachen genau dann, wenn man leicht ist und Spaß hat. Mit Clueso schreit er sich vor Freude an.
Sein Schreiben ist Befreiung. Er sitzt in einem fensterlosen Raum und schafft sich Türen und Fenster durch Worte. Mit Stift und Papier kommt er aus der Depression, aus den dunklen Gedanken. Seine höchste Form: in einfachen, klaren, knappen Worten komplexe Gefühle zu kondensieren, sodass jemand denkt, genau so versuche ich es schon immer zu erklären.
An Schreibblockaden glaubt er nicht. Das Gefühl, dass nichts rauskommt, hat mit Erwartungen, Ängsten und Bewertungen zu tun, nicht mit der Sache selbst. Solange man Gedanken hat, kann man schreiben.
Die rosa Balaclava trägt er das ganze Jahr, auch im Sommer. Eine Art Rückzugsort mit Fenstern nach draußen, eine 365-Tage-Umarmung.
Sein bester Ratschlag kam von Herbert Grönemeyer. Es ging ihm an dem Tag nicht gut, er fühlte sich wie vorm Tor mit einem Krampf im Bein. Grönemeyer sagte: ändere nicht dein Rezept. Der größte Fehler erfolgreicher Leute sei zu denken, jetzt müsse man besonders clever sein. Bleib bei dem, wie du es immer gemacht hast, das hat dich hierher gebracht. Der schlechteste Ratschlag, den er oft bekam: das ist kein Beruf, davon kann man nicht leben.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Leonie Schüssler, Co-Gründerin von The Fritten, einer Kreativberatung die seit November am Markt ist. Vorher Strategiechefin Ogilvy Deutschland-Österreich. Davor Cosnova und Henkel.
Sie hatte nie ein klassisches Karriereziel. Mit 26 rutschte sie bei Zoeva, einem Kosmetik-Startup, in eine Führungsrolle, weil eine Bloggerin ihre Pinsel in einem YouTube-Video benutzte und das Startup über Nacht explodierte. Sie musste Führung von heute auf morgen lernen.
Was ihr half: sie war mal Türsteherin, da hat sie Menschenkenntnis gelernt. Ihr Leitsatz: wenn der Job mich zum Arschloch macht, ist es nicht mein Job. Vor 15 Jahren wurden Emotionen und Empathie im Business noch nicht groß geschrieben. Sie ist ein sehr emotionaler, empathischer Mensch, ist damit angeeckt, hat es aber beibehalten. Vor zwei Jahren sagte jemand zu ihr: Leonie, du bist total bei dir. Das bei sich bleiben war ein harter Weg. Aber da lag der größte Hebel.
Führungskräfte-Einsamkeit ist real. Du musst funktionieren, kannst dich nicht mit deinem Team über Sorgen austauschen. Sie hatte eine Phase wo sie nicht mehr ganz bei sich war, dadurch konnte sie nicht mehr gut führen.
Vor zwei Jahren war sie in einer Negativspirale im Job. Sie hat sich eine Übung auferlegt: jeden Tag einer random Person ein random Kompliment machen. Klingt banal, verändert aber was. Du suchst plötzlich nur noch nach positiven Dingen. Das hat ihren Blick wieder aufs Positive gelenkt.
Bei Henkel musste sie feststellen: nicht ihre Welt. Heimweh. Sie war in Düsseldorf, als die Krebsdiagnose eines engen Freundes kam. Zwei Wochen später ist ihr Großvater gestorben. Sie dachte: das ist es mir nicht wert.
Dann kam Ogilvy. Das Nachhausekommen. Sie kannten sie noch als Azubi, die kleine Leo kommt wieder, plötzlich ist sie deren Vorgesetzte. Fünf Jahre dort. Irgendwann kam sie an ihre Grenzen durch KI und Effizienzdruck, wollte sich nicht verbiegen.
Sie hat sich ein Jahr Zeit genommen. Ihr ehemaliges Team hat ihr Love Letters geschrieben, berührende Nachrichten. Sie musste erst mal lernen, sich selbst so zu sehen. Aber dann hat sie gelernt: Leichtigkeit und Positives im Business-Kontext ist eine totale Stärke. Wenn du Veränderung liebst, merkst du: da liegt ein riesengroßer Hebel drin.
So kam die Business-Idee The Fritten. November 2024, Trump-Wiederwahl, Ampelbruch, Rechtsruck. Sie hat sich gefragt: was trage ich eigentlich dazu bei dass es besser wird?
Sie hat Gespräche mit UnternehmerInnen geführt. Was rauskam: große Angst vor Veränderungen, Negativspirale, Stillstand. New Normal gibt es nicht mehr. Daraus ist entstanden: wir müssen UnternehmerInnen an die Hand nehmen, Chancen aufzeigen. Kreativität ist der Business-Skill unserer Zeit. Sie sehen wirtschaftliche Stabilität als riesengroßen Faktor für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ihre JFK-Analogie: als die USA total zerrüttet waren, sagte er: wir fliegen auf den Mond. Er hat eine Vision in die Köpfe gepflanzt. Uns fehlt gerade das Wofür.
The Fritten hat sie mit Sia und Nils, den sie noch aus Türsteher-Zeiten kennt, gegründet. Sie ist der Kleber. Ihre Kreativberatung liegt zwischen Agentur und Unternehmensberatung. Für sie ist die Big Idea eine Wachstumsidee.
Warum The Fritten? Schwimmbad-Pommes waren ein unbeschwerter Moment. Aber Sia sagte: eigentlich spannender ist, dass unter der Schale der Kartoffel viele Potenziale liegen. Irgendwann kam jemand durch Kreativität auf die Idee, aus der Kartoffel Fritten zu machen, eines der bekanntesten Produkte der Welt zu schaffen. Sie wollten unbedingt Fritten heißen, ein schönes prägnantes deutsches Wort. Bescheuert genug dass jeder schmunzeln muss. Genau das wollten sie erzeugen: Leichtigkeit, Positives.
Ihr bester Ratschlag: bleib du selbst. Ihre Motivation: ihr gefällt die Welt draußen nicht. Sie will verändern, antreiben, Menschen anstecken, etwas Positives in die Welt tragen. Dieser Schwere draußen entschieden etwas entgegensetzen.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Bonita Grupp ist 36, führt seit 2024 mit Bruder Trigema in vierter Generation. Schwäbische Alb, Bullarding. Gegenüber Firma aufgewachsen. Als Kind in Firma gespielt. Familienunternehmen Alltag. Wichtig: keine Stelle schaffen, über Stelle kommen, die gebraucht wurde. 2013 E-Commerce. Herausfordernde Branche.
Wuchs mit Höhen Tiefen auf. Anfang 2000er Krise, 95 Prozent Absatz Deutschland. Seit 2020 Corona krisenerprobter. Shops schlossen, 50 Prozent Umsatz weg, 48 Stunden Maskenproduktion umgestellt. Gaskrise, vollstufige Produktion: nur Garn kaufen, Rest im Haus. Wertschöpfungstiefe 78 Prozent. Gasverbrauch reduzieren, zeitweise kein Türkis. Energiesystem mehrere Beine, Sommer 60 Prozent Solar. Fachkräftemangel: 70 ehemals Geflüchtete, 42 Nationen. Jede Krise stärkt. 40 Verwaltung, 1200 insgesamt.
Bonita seit 13 Jahren. Konzernkarrieren nicht üblich. Bulletproof Mindset. Seit fünf Jahren Krise zu Krise. Bereit zu handeln.
2018 Personal. 1200 Mitarbeiter, 80 Prozent Frauen, 650 Näher. Nähen körperlich anspruchsvoll. Andere Länder: nur bis 40 arbeiten. Trigema: bis 40 Jahre oder länger. Deutschkurse, Integration, Wohnraum, Tiny Häuser. Marketing, Social Media. Devise: Inhouse. Nie Milliarde, okay. Agiler. Gesundes Wachstum.
Trigema Einzige mit 78 Prozent Wertschöpfung Deutschland. Nicht Riesenmarge wie Adidas, 52 Prozent Lohnanteil. Was investierst, fließt zu 52 Prozent in Löhne. Umkreis 70 Kilometer produzieren. Nachhaltig. Textilbereich größter Umweltverschmutzer. Altkleidercontainer abgeschafft. Trigema viel Baumwollanteil. Langlebigkeit, Qualität. T-Shirts halten zehn Jahre. Kreislaufwirtschaft. 2006 erstes kompostierbares T-Shirt. Vor zwei Jahren 100 Prozent recycelte Baumwolle.
Warum Leben so schwer? Warum nicht Asien? Bonita: Schwer machen wir nicht. Machen, was wir immer machten. Bullarding früher 26 Textilbetriebe, mittlerweile nur Trigema. Alle Produktion Ausland verlagert. Vater baute Marke auf. Andere verlagerten, gibt es nicht mehr. Einmal verlagert, immer weiter: Osteuropa, China, Vietnam, Bangladesch, Myanmar. Preisdruck nicht eingehen. Know-how vor Ort. Anfang belächelt. Mittlerweile: gut, nicht verlieren.
Schwäbische Alb führende Textilregion Ende 19. Jahrhundert bis 70er. Wo Boden karg. Menschen arm, viele Schafe, Wolle. Urgroßvater gründete 1919 mit Bruder. Trigema: Trikotwarengebrüder Meier. Vater bekam mit, 70er 80er verlagerte, Firmen verschwanden. Am Standort bleiben, Niedergang überleben. Mitarbeiter über Generationen. Nischen: Qualität, Nachhaltigkeit, Innovation. Produktion vor Ort, kein Problem Überbestände. Corona: Poloshirts nicht gefragt, Jogginghosen. Produktion umsatteln. Monat Meeting, Trends, zwei Wochen Produkt im Markt.
Mit Bruder gut, ergänzen sich. Vater loslassen? Nach 50 Jahren teilt weiterhin. Entschied: übergibt. 84, froh, wir übernehmen. Früh ins Unternehmen. Wertschöpfungstiefe kaum andere Europa. Bonita mit 21. Master 22, England.
Zukunft: Mittelstand Angst KI. Wie 2000ern Internet. Nicht Angst. Möglichkeiten. Letztes Jahr Logistiksystem KI, Output 40 Prozent gesteigert. Demografischer Wandel, nächste fünf Jahre 30 Prozent Rente, 400 Leute. KI Chance.
Nachhaltigkeit. Ehrliches T-Shirt. Textilindustrie aus Umweltverschmutzer-Ecke rausholen. Anbieter wie Temo Shein schleusen Textilien ein. Landet Müll. Aktuell Bekleidung. Über 100 Jahre weiterentwickelt. In 10 bis 20 Jahren vielleicht Putzlappen, Leute bereit Preis zahlen, okay.
Von Familie: aktiv sein, schnell umsetzen. Vater: Probleme nicht zu groß werden. Wachsam, reagieren. Flexibel. Über 100 Jahre Ups Downs. Glück: 100 Prozent familien geführt. Nicht abhängig Investoren.
Unternehmertum nicht Last, Berufung. Lebe, liebe Produkt. Job Hobby. Gehe Mindset raus, inspirieren. Balance. Wissen, wer man ist ohne Arbeit. Jeden Tag gerne macht. Dann bereit, nicht Stunden zählen.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Felix Banaschak ist seit 2024 Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Mit 36 Jahren, verheiratet, Vater, pendelt er zwischen Duisburg und Berlin. 2009 tritt Felix drei Wochen vor der Bundestagswahl ein, weil er Agenda 2010 ablehnte. Grüne Jugend, nach sechs Monaten Landesvorstand. 2014 zurück nach Duisburg, Kreisverband am Boden, 40.000 Euro verschuldet. 2017 Tiefpunkt: Grüne stürzen in NRW von 12 auf 6,4 Prozent. Felix ist 27, Menschen fragen: Willst du Landesvorsitzender werden? Das Muster: Felix kommt, wenn alles kaputt ist. Kampfkandidatur, Lippenpiercing, Leute sagen: Nimm das Metall raus. Januar 2018 gewählt. Mit Mona Neubaer: Wie müssen die Grünen auftreten? In viereinhalb Jahren von 6,4 auf 18 Prozent.
2021 Bundestag, verhandelt ersten schwarz-grünen Koalitionsvertrag NRW. Am Tag der Unterschrift endet Amtszeit als Landesvorsitzender. Jahre als Abgeordneter, freie Wochenenden. September 2024: Lang und Nouripour treten zurück, steht in der Zeitung. Größte Krise seit Jahren. Felix war häufig Feuerwehrmann.
Passt nicht in Lebensplanung. Tochter ist zwei. Wie soll er guter Parteivorsitzender und Vater sein? Präsenz größer Perfektion. Windeln wechseln, krankes Kind. Seine Frau: Vielleicht musst du es für sie tun. Zu meiner Verantwortung gehört, ihr eine Welt zu hinterlassen, in der sie gleiche Freiheitsrechte genießt. Felix und Franziska Brantner: Im Zweifel Familie vor.
Felix trennt Rolle und Person. Hass gilt dem Vorsitzenden, nicht dem Menschen. Lob auch nicht zum Ego-Streicheln. Ricarda Lang: Ich fühlte mich wie Sprechroboter, habe mich verloren. Felix will frei sprechen. Manchmal ist schlechte Presse gute Presse.
Felix gibt Interview im Playboy. Er will sprechen, wie Männer sich nicht aus Gleichberechtigung verabschieden. Wenn er in der Taz spricht, lesen das die, die eh zustimmen. Provokation: Femizide und neue Männlichkeit in Magazin für alte Männlichkeit. Felix bekommt Nachrichten: Ich dachte, Grüne haben mit mir nichts zu tun. Genau das Ziel.
Felix' Politik: Familie, die sich Geld für Mallorca zusammenspart, soll sich nicht schämen. Menschen mit geringem Einkommen haben winzigen Anteil an Klimaerhitzung. Wir müssen weniger fliegen, Alternativen ausbauen. Warum kein Nachtzugnetz? Wie vorwerfen, für 30 Euro Eurowings statt 140 Euro Bahn? Ansatz: Menschen Leben ermöglichen im Einklang mit Werten und planetaren Grenzen.
Fahrradweg: Fahrradfahrer freuen sich, Autofahrer auch. Verkehrswende aus Liebe zur Freiheit. Füreinander. Aufgabe: Politik als Politik für die vielen formulieren.
Felix in feministischer Partei, Doppelspitzen, quotierte Listen. Ist Botschaft, wir machen Politik für Frauen, schon ganze? Oder: Politik für Gleichberechtigung, davon profitieren alle? Progressive Kräfte haben Raum gelassen. Welche Rolle wird Männern angeboten?
Felix wird seinen Ansprüchen nicht gerecht. Eingeübte Rollenmuster. Wer sorgt für kranke Kinder? Felix hatte Anfrage für Vortrag. Antwort: Morgen bringe ich Tochter ins Bett. Seine Frau hat Termine. Seine Arbeit nicht immer wichtiger. Kita-Gruppe: außer Felix nur Mütter. Andere Väter haben viel zu tun. Vermutlich nicht.
Warum schwer für junge Männer, Rolle zu finden? Alte Vormachtstellung in Frage gestellt. Keine Vorbilder. Neue Ordnung nicht etabliert. Unsicherheit. Starker Mann über TikTok sagt, geh pumpen, findet Resonanz. Kriegt man Keil rein, dass daraus nicht wird: Deswegen unterwerfen?
Patriarchat nicht weg. 32 Prozent Frauenanteil Bundestag, gleich wie 90er. Gewalttaten gegen Frauen steigen. Toxische Männlichkeit, da ist was dran. Männer sind Teil des Problems. Aber nicht genetisch verdammt. Welches Bild wird angeboten?
Felix' Motiv: In Menschen etwas wecken. Wenn er erzählt und sieht, das macht was, gehen Leute raus mit Motivation. Felix nicht zufrieden mit Welt. Will nicht niederbrennen. Welt gestalten. Bester Ratschlag: Bei sich bleiben. Man ist am stärksten bei sich. Wenn man sich verbiegt, geht es schief.
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Ein Blick hinter die Kulissen der Menschen und MarkenMax versteht es meisterhaft, tiefgründige Gespräche zu führen, die über die Oberfläche hinausgehen. Sein Ansatz ist geprägt von kritischen Fragen und ehrlicher Neugier. Ob es um Skalierung, Bootstrap oder kreative Markenstrategien geht – Max schafft es, komplexe Themen verständlich zu machen und dabei eine Verbindung zwischen Business und Menschlichkeit herzustellen. Mit seiner Leidenschaft für authentische Geschichten beleuchtet er nicht nur die Erfolge, sondern auch die Herausforderungen und Rückschläge seiner Gäste. Dabei schafft er eine Atmosphäre des offenen Austauschs, in der sich seine Gesprächspartner wohlfühlen und ihre Erfahrungen teilen können.Marketing trifft auf MenschlichkeitDer neue Fokus von *Behind the Scenes* verbindet Marketing mit der persönlichen Ebene. Max zeigt auf, wie Personal Branding nicht nur Unternehmen voranbringen kann, sondern auch Menschen dabei hilft, ihre Einzigartigkeit sichtbar zu machen. Seine Expertise in der kreativen Markenbildung – kombiniert mit seiner Fähigkeit, Geschichten lebendig zu erzählen – macht den Podcast zu einer unverzichtbaren Ressource für alle, die sich für Marketing und Unternehmertum interessieren.Von München aus in die WeltBasierend in München, einem Zentrum für Innovation und Kreativität, bringt Max Ostermeier globale Perspektiven in seinen Podcast ein. Seine Gespräche sind nicht nur informativ, sondern inspirieren dazu, neue Wege zu gehen – sei es im Business oder im persönlichen Wachstum.Mit Behind the Scenes lädt Max dazu ein, die Geschichten hinter den Kulissen zu entdecken: von visionären Gründern über kreative Köpfe bis hin zu inspirierenden Persönlichkeiten aus Marketing und Branding. Es geht darum, den Menschen hinter dem Erfolg sichtbar zu machen – ehrlich, nahbar und voller Energie. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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