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Springer Medizin Wien/ Martin Krenek-Burger
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    Viren gegen resistente Keime: Die Rückkehr der Phagentherapie

    09/2/2026 | 28 mins.
    Antibiotika verlieren an Kraft. Resistenzen breiten sich aus, Therapien scheitern. Allein in Österreich sterben jedes Jahr tausende Menschen im Zusammenhang mit multiresistenten Bakterien. Die Medizin sucht Auswege – und findet einen alten Ansatz neu: die Phagentherapie.

    Bakteriophagen sind Viren, die Bakterien gezielt befallen und zerstören. Entdeckt vor über hundert Jahren, gerieten sie im Westen in Vergessenheit. Heute erleben sie eine Renaissance, vor allem bei chronischen Infektionen, bei denen Antibiotika an ihre Grenzen stoßen. Phagen wirken anders: Sie dringen in die Bakterienzelle ein, vermehren sich dort und bringen sie zum Platzen. Das macht sie besonders interessant bei Keimen, die Biofilme bilden und sich so dem Zugriff klassischer Medikamente entziehen.

    An der MedUni Wien wurde die Phagentherapie erstmals außerhalb einer Studie erfolgreich eingesetzt. Ein junger, lungentransplantierter Patient litt an einer chronischen Infektion mit Pseudomonas aeruginosa, resistent gegen nahezu alle verfügbaren Antibiotika. Die Kombination aus inhalativem Antibiotikum und individuell ausgewählten Phagen brachte eine deutliche Besserung – und dem Patienten ein neues Lebensgefühl.

    Doch Phagen sind kein Wundermittel. Die Therapie ist aufwendig, hochgradig personalisiert und derzeit nur als individueller Heilversuch möglich. Für jeden Patienten müssen passende Phagen gefunden, getestet und mit geeigneten Antibiotika kombiniert werden. Zudem fehlen in Österreich noch eigene Phagenbanken und eine reguläre Zulassung.

    Trotzdem wächst die Hoffnung. Phagen könnten Antibiotika nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Sie zeigen, dass medizinischer Fortschritt nicht immer neu erfunden werden muss. Manchmal reicht es, Bewährtes wieder ernst zu nehmen – und weiterzudenken.
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    Lachen in schweren Zeiten

    02/2/2026 | 20 mins.
    In dieser Episode tauchen wir ein in die farbenfrohe Welt der CliniClowns Österreich und begleiten sie durch ihren bewegten Alltag in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen. CliniClown Edouard Raix öffnet uns die Tür zu einer Welt voller Lachen und Tränen, indem er von seinen berührenden Begegnungen mit Patientinnen und Patienten erzählt. Er schildert den Ablauf einer Clown-Visite, die stets von Improvisation und Spontaneität geprägt ist, und beleuchtet die besonderen Anforderungen dieses außergewöhnlichen Berufs. Ein Beruf, der nicht nur ein hohes Maß an Verantwortung und Feingefühl erfordert, sondern auch die Fähigkeit, in den dunkelsten Momenten ein Licht der Hoffnung zu entzünden.
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    Herz außer Takt: Die unterschätzte Gefahr Vorhofflimmern

    26/1/2026 | 24 mins.
    Das Herz schlägt zuverlässig – meist ein Leben lang. Doch manchmal gerät es aus dem Takt. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung weltweit. Millionen Menschen leben damit, viele ohne es zu wissen. Denn die Erkrankung bleibt oft stumm. Kein Schmerz. Kein Alarm.

    Dabei sind die Folgen ernst. Beim Vorhofflimmern feuern elektrische Signale chaotisch. Die Vorhöfe pumpen nicht mehr richtig. Blut kann gerinnen. Das Schlaganfallrisiko steigt deutlich. Je länger die Störung anhält, desto schwerer lässt sie sich behandeln.

    Die Medizin sucht deshalb nach Wegen zur frühen Diagnose. Digitale Herzmodelle helfen, Abläufe zu verstehen und Therapien zu testen. Smartwatches und Apps können Hinweise liefern – ersetzen aber keine ärztliche Abklärung. Entscheidend ist der Zeitpunkt. Wird Vorhofflimmern früh erkannt, steigen die Chancen, den normalen Herzrhythmus zu erhalten und schwere Komplikationen zu verhindern.
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    Warum Ärztin Magdalena Grießler seit 15 Jahren in Afrika hilft

    19/1/2026 | 23 mins.
    Die Mariazellerin Dr. Magdalena Grießler reist seit 2010 regelmäßig nach Äthiopien und Ghana, um in medizinisch unterversorgten Regionen zu arbeiten. In ihren Einsätzen erlebt sie Situationen, die in Europa kaum vorstellbar sind: überfüllte Krankenzimmer ohne Hygiene, schwer verbrannte Kinder, fehlende Medikamente und Frauen, deren Geburten lebensgefährlich verlaufen. Trotz dieser Herausforderungen beschreibt Grießler ihre Arbeit als tief erfüllend – getragen von Menschlichkeit, Pragmatismus und dem Willen, Leid nicht einfach hinzunehmen, sondern aktiv zu lindern. Besonders prägend war für sie die Zusammenarbeit mit missionsärztlichen Schwestern wie Schwester Rita, deren Einsatz sie zu dauerhaftem Engagement motivierte.

    Neben ihrer medizinischen Tätigkeit unterstützt Grießler auch nachhaltige Projekte, etwa den Bau eines Krankenhauses in Nordghana sowie ein Schulprogramm, das täglich über 560 Kindern eine warme Mahlzeit ermöglicht. Für sie ist es ein Anliegen, Menschen Chancen zu schenken, die aufgrund ihres Geburtsortes kaum Zugang zu Gesundheitsversorgung oder Bildung haben. Ihre Botschaft an Kolleginnen und Kollegen: Ein Auslandseinsatz verändert nicht nur die eigene Sicht auf Medizin – er erdet, stärkt und zeigt, was Menschlichkeit im Kern bedeutet.
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    Gesamtvertrag für Ärzte: Einheit oder Vielfalt?

    12/1/2026 | 48 mins.
    Ein Vertrag für ganz Österreich – oder passgenaue Lösungen für jedes Bundesland? In der Debatte um den ärztlichen Gesamtvertrag prallen zwei Grundhaltungen aufeinander. Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart warnt vor einem zentralistischen Zugriff auf ein System, das von regionaler Vielfalt lebt. Landesärztekammern seien keine Bremsklötze, sondern Garanten für Versorgung nahe am Patienten. Einheitliche Regeln dürften nicht zu Einkommensverlusten führen und müssten die Realität ärztlicher Arbeit abbilden.
    ÖGK-Obmann Andreas Huss hält dagegen: Neun verschiedene Verträge seien ein Relikt, teuer und intransparent. Ein österreichweit einheitlicher Gesamtvertrag schaffe Fairness, Klarheit und moderne Strukturen – für Ärzte wie für Patienten. Leistungskatalog, Organisation und Honorare sollen neu geordnet werden, ohne jemanden schlechter zu stellen. Steinhart und Huss treffen in einer von ÖKZ-Chefredakteur Josef Ruhaltinger moderierten Diskussion direkt aufeinander.
    Bis Mitte 2026 soll eine Einigung stehen. Der Weg dorthin ist steinig. Doch klar ist: Es geht nicht um Formalien, sondern um die Zukunft der Versorgung. Vereinheitlichen, wo es sinnvoll ist. Differenzieren, wo es nötig bleibt.

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About Hörgang

Medizinische Sendungen gehen in die Tiefe, sind aber nicht unterhaltsam. Dieses Vorurteil zu widerlegen, haben wir uns für den Hörgang vorgenommen. Nun haben wir auf Springer Medizin Österreich einen Podcast ins Leben gerufen, der sowohl aktuell als auch wissensvermittelnd sein, darüber hinaus akustisch etwas hermachen soll. Neben Experten aus Wissenschaft und Praxis werden wir auch unsere Fachredakteure, Kolumnisten und Reporter der „Ärzte Woche“ zu Wort kommen lassen.
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